ANJ verhängt 500.000 € Geldbuße gegen namenhaften französischen Anbieter wegen mangelnder Spielerschutzmaßnahmen

Die französische Glücksspielbehörde ANJ hat einen namentlich nicht genannten Online-Operator mit einer Geldstrafe in Höhe von 500.000 Euro belegt, weil dieser es versäumt hat, Spieler mit Anzeichen eines exzessiven Spielverhaltens zu identifizieren und zu unterstützen. Der Sanktionsausschuss traf diese Entscheidung am 30. Juni 2026 nach einer Überprüfung der Spieleraktivitäten im Zeitraum von Oktober 2023 bis März 2024.

Die Aufsichtsbehörde gab die Identität der Marke nicht bekannt, bestätigte jedoch, dass das Unternehmen seine Verpflichtungen im Umgang mit „problembelasteten oder pathologischen Spielern“ nicht erfüllt habe. Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Spielgewohnheiten von 30 spezifischen Spielern. Zur Beurteilung der Situation analysierte der Ausschuss sieben Schlüsselindikatoren: Einzahlungshäufigkeit, Volumen der verlorenen Einzahlungen, Spielhäufigkeit, Änderungen an den gesetzlichen Spielmoderatoren, die Nutzung von Selbstausschlussoptionen sowie die Anzahl der Konten, die jeder Spieler im betreffenden Zeitraum eröffnete.

Feststellungen und Sanktionen des Ausschusses

Der Sanktionsausschuss kam zu dem Schluss, dass der Operator seine Identifizierungspflichten für „fast alle“ in den Fall involvierten Spieler nicht erfüllt habe. Laut ANJ wurden einige Spieler nicht als risikobehaftet identifiziert, während andere aufgrund ihrer tatsächlichen Spielgewohnheiten fälschlicherweise als mit einem unzureichenden Risikoniveau eingestuft wurden.

Darüber hinaus stellte der Ausschuss fest, dass der Operator keine gestaffelten und verhältnismäßigen Unterstützungsmaßnahmen ergriffen hatte, die darauf abzielen, das Spielverhalten einzudämmen. Die Geldstrafe in Höhe von 500.000 Euro wurde angesichts der Schwere, der Auswirkung und der Dauer dieser Verstöße als angemessen erachtet.

Diese Durchsetzungsmasnahme fällt mit der Einführung eines neuen Algorithmus für verantwortungsvolles Spielen durch die ANJ zusammen. Die Regulierungsbehörde erklärte kürzlich, dass 600.000 Spieler, was 8,7 Prozent der nationalen Spielergemeinschaft entspricht, „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ exzessiv spielen. Die ANJ fügte hinzu, dass die aktuelle Anzahl der Spieler, bei denen Anzeichen für problematisches Spielverhalten identifiziert wurden, nicht mit der Größe der Spielerbestände der Anbieter und den Ergebnissen von Prävalenzstudien übereinstimmt.

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