Die Glücksspielbehörde (GGL) hat zu Monatsbeginn ein neues gestaffeltes Einsatzlimitsystem für Online-Slots eingeführt. Diese regulatorische Änderung ersetzt die vorherige pauschale Maximalwette von 1 € pro Dreh durch höhere Limits, die vom Alter und Verhalten der Spieler abhängen.
Spieler unter 21 Jahren unterliegen weiterhin der ursprünglichen Obergrenze von 1 €. Personen ab 21 Jahren dürfen nun jedoch bis zu 3 € pro Dreh wetten. Darüber hinaus qualifizieren sich Spieler, die in einer 90-tägigen Überprüfungsphase keine Anzeichen für problematisches Glücksspielverhalten zeigen, für ein maximales Einsatzlimit von 5 €.
Branchenreaktion und Marktanteil
Branchenvertreter hatten lange argumentiert, dass das strenge Limit von 1 € den lizenzierten Markt weniger attraktiv mache und Kunden zu nicht lizenzierten Plattformen treibe. Simon Priglinger-Simader, Senior Regulatory Affairs Manager bei Entain und Vizepräsident des Deutschen Online-Casino-Verbands (DOCV), erklärte, dass die Anpassung durch die GGL ein positives Signal für den regulierten Sektor sende.
Im Jahresbericht 2025 schätzt die Behörde, dass 77 Prozent der Glücksspieltätigkeit in Deutschland nun auf dem lizenzierten Markt stattfindet – eine Zahl, die von einigen Anbietern angezweifelt wird.
Rechtliche Entwicklungen und Schwarzmarkt
Die GGL prüft derzeit die Auswirkungen des 2021 geschaffenen Glücksspielstaatsvertrags. Gleichzeitig fordert der DOCV eine Aktualisierung des Strafrechts, um den Schwarzmarkt wirksamer zu bekämpfen. Der Verband argumentiert, dass § 284 des Strafgesetzbuchs veraltet und gegen grenzüberschreitende Online-Angebote wirkungslos sei.
Sie betonen, dass künftige Strafverfolgung auf den Wohnsitz der Spieler in Deutschland fokussiert sein müsse, um wirksam zu sein.